Zimmertheater, Tübingen

Zimmertheater Tübingen

Zimmertheater Tübingen
Bursagasse 16
72070 Tübingen Telefon: 07071/92730
www.zimmertheater-tuebingen.de

Das Tübinger Zimmertheater liegt an der berühmten malerischen Neckarfront, nur wenige Meter vom Hölderlinturm entfernt, in der Bursagasse.

Gespielt wird in zwei Räumen, dem Gewölbe mit max. 80 Plätzen und dem Zimmer mit ungefähr 60 Plätzen. Das Foyer mit der angrenzenden idyllischen Terrasse wird für Lesungen und kleinere Konzerte genutzt und ist der Ort unserer ZIMMER_GALERIE.

Das Zimmertheater Tübingen hat ein festes Ensemble mit fünf Schauspielerinnen und Schauspielern, dazu kommen weitere Mitarbeiter in Dramaturgie, Künstlerisches Betriebsbüro, Technik und Schneiderei. Insgesamt beschäftigt das Zimmertheater 13 feste Mitarbeiter.

 

Geschichte Zimmertheater Tübingen

1958 fand die freie Theatergruppe Thespiskarren in der Bursagasse 16 eine feste Bühne. Mit John Osbornes Blick zurück im Zorn wurde am 6. Dezember zum ersten Mal das Zimmer bespielt – und damit das Zimmertheater als Zimmertheater „der thespiskarren“ eröffnet. „Steile Treppen führen vom Foyer zum Theaterraum im Untergeschoss“, schrieb das Schwäbische Tagblatt, „kein Vorhang, nur Zentimeter trennen die erste Reihe des Zuschauerraums von der Rampe.“ Die Inszenierung des ersten Zimmertheater-Intendanten Heinz E. Johst galt der Presse damals als theatralischer Paukenschlag – endlich hatte sich auch im süddeutschen Raum ein Theater an die neue englische Dramatik gewagt.

Von 1960 bis 1967 leiteten sieben verschiedene Persönlichkeiten das Zimmertheater, manchmal nur für wenige Wochen, ehe dann mit Salvatore Poddine das Zimmertheater zu seiner bislang blühendsten Phase fand. Poddine begann seine Laufbahn als Solotänzer in Crankos Stuttgarter Ballett, ehe er als Pantomime in Tübingen auftrat – ab Oktober 1967 war er dann Intendant des Zimmertheaters. Seine größten Erfolge feierte Poddine in Tübingen mit drei zeitgenössischen Inszenierungen –  von Peter Weiss‘ „Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats…“, Peter Handkes „Das Mündel will Vormund sein“ sowie Michel de Ghelderodes „Ballade vom Großen Makabren“. Der Erfolg reichte weit über die Grenzen Tübingens hinaus – und Poddine gastierte mit seinem Ensemble in ganz Europa. 1971 wurde – entsprechend des großen Erfolges – nicht nur das Gewölbe als zweite Bühne eröffnet – sondern es gab zwischenzeitlich eine zweite Spielstätte in der Bursagasse 2. Der erfolgreichste Intendant des Zimmertheaters hatte allerdings den tragischsten aller Abgänge – er nahm sich im Kellergewölbe der Bursagasse 2 das Leben. Übergangsweise leitete daraufhin George Tabori, der hier gerade die Uraufführung seiner Clowns inszenierte, das Zimmertheater.

Weitere europäische Höhenfluge erlebte das Haus am Neckar unter dem Intendanten Helfrid Foron, der das Haus von 1972 bis 1979 leitete. In der Spielzeit 1977/78 gastierte das Zimmertheater mit Dario Fos Farce „Nicht alle Diebe kommen zu Schaden“ weit verstreut in Europa: u. a. in Stuttgart, Berlin, Paris, Zürich, Liechtenstein, Liège, Malmö, Stockholm, Göteborg, Oslo, Bergen, Helsinki und Kopenhagen. Auch Siegfried Bühr, Hartmut Wickert, Thomas Bockelmann und Crescentia Dünßer / Otto Kukla konnten sowohl in Tübingen als auch jenseits der Stadtgrenzen an diese Erfolge anknüpfen. Arbeiteten all diese Intendanten mit einem festen Ensemble, sollte sich dies 1998 ändern.

 

Unter dem Intendanten Klaus Metzger (1996-2002) und der Intendantin Vera Sturm (2002-2007) konnte man indes ebenso etablierte wie renommierte Theaterschafffende am Zimmertheater hören und sehen. Zu Lesungen, Soloabenden und Inszenierungen kamen Theatergrößen wie Peter Stein, Bruno Ganz, Edith Clever, Therese Affolter, Walter Schmidinger, Angela Winkler, Hermann Beil oder Verena Buss.

Die Intendanten Axel Krauße und Christian Schäfer knüpften allerdings wieder an alte Traditionen an: sie starteten 2007 unter dem Spielzeitmotto „an die Arbeit“ mit einem festen Ensemble und einem mit Ur- und Erstaufführungen gespickten Spielplan. Im Mai 2013 wechselt Christian Schäfer ans Theater Gütersloh, Axel Krauße ist seitdem Intendant und Geschäftsführer.


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