Monat: November 2015

Der Affe Rotpeter, die Theaterei und Wolfgang Schukraft

Im Januar werde ich einen speziellen Jubiläumsabend veranstalten mit dem Titel „Der Affe Rotpeter, die Theaterei und Wolfgang Schukraft“. Ich erzähle und singe dabei von der Gründung der Theaterei, aus meiner Biografie und vom Theaterei-Ensemble. Natürlich schlüpfe ich nach 30 Jahren nochmals in die Rolle des Affen Rotpeter im „Bericht für eine Akademie“ von Franz…

Einäuglein, Zweiäuglein, Dreiäuglein – ein Märchen der Gebrüder Grimm

12239739_1051218074922802_5043715182737023383_nMärchenensemble Stuttgart

ein Märchen der Gebrüder Grimm in eurythmische Gestaltung (Leitung: Michael Leber)

„Einäuglein, Zweiäuglein, Dreiäuglein“ sind im gleichnamigen Märchen drei Schwestern. Da Zweiäuglein aber gleich wie alle gemeinen Menschen aussah konnten es die Mutter und die beiden Schwestern nicht leiden, behandelten es schlecht und gaben ihm nur zu essen was übrig blieb. Als Zweiäuglein die Ziege auf dem Feld hüten sollte und vor Kummer weinte stand eine weise Frau neben ihr, die ihr half, indem sie ihr verriet, dass sich ein Tischlein mit den besten Speisen decken würde, wenn sie zu der Ziege spräche: „Zicklein meck, Tischlein deck`“. Wenn Zweiäuglein satt wäre müsse sie nur sagen: „Zicklein Meck, Tischlein weg“ und der gedeckte Tisch wäre wieder verschwunden. Als die Schwestern merkten, dass Zweiäuglein das ihr gereichte Essen nicht anrührte wollten sie herausfinden, welche wunderlichen Dinge auf der Weide vor sich gingen. Durch eine List wurde ihr Geheimnis gelüftet, woraufhin die Mutter die Ziege schlachten ließ. Zum Glück aber konnte die weise Frau wieder Hilfe geben und über Nacht wuchs vor ihrem Haus ein Baum, der silberne Blätter und goldene Früchte trug, welche zu ernten aber nur Zweiäuglein imstande war. Da die Mutter und die Schwestern neidisch wurden gingen sie nun noch härter mit ihm um. Schließlich kam ein Ritter des Weges und wollte der, dir ihm einen Zweig des Baumes abbrechen könne jeden Wunsch erfüllen. Als Zweiäuglein ihm einen Zweig geben konnte, durfte sie mit ihm auf das Schloss seines Vaters ziehen und lebte dort lange Zeit vergnügt. Als die Schwestern eines Tages verarmt auftauchten hieß Zweiäuglein beide Willkommen und tat ihnen Gutes.

In diesem Märchen der Gebrüder Grimm kann aufleuchten, wie die Menschheit immer mehr das alte hellsichtige Bewusstsein verlieren musste, damit nun jeder Mensch als Individualität ein neues Bewusstsein, aus seinem Ich heraus selbst erringen kann. Die Mutter und die Schwestern im Märchen tragen noch das alte Bewusstsein in sich. Friedel Lenz schreibt hierzu in ihrem Buch „Die Bildsprache der Märchen“: „Alte vergangene […] Fähigkeiten können auch im Einzelmenschen noch vorhanden sein, sie können sogar überwiegen und der in der Entwicklung voranschreitenden Seele Schwierigkeiten bereiten. Vergangenes und Zukünftiges liegen im Widerstreit.“ (Friedel Lenz) Über das neu zu erringende Bewusstsein schreibt Lenz im Bezug auf das Märchen: „Die Ziege auf die Weide führen, heißt: seine natürliche Wißbegierde gebrauchen, also die Sinneswelt in sich aufnehmen. Nun führt zwar Zweiäuglein die Ziege auf die Weide, aber es hungert trotzdem, denn noch ernährt es sich von dem, was Mutter und Schwestern übrig gelassen haben, von den kümmerlichen Resten alten Wissens. Davon aber kann die moderne Seele sich nicht ernähren, und Neues hat sie noch nicht. Sie erahnt: Ich darf mich nicht zufriedengeben mit den kärglichen Resten der Vergangenheit, die mich nicht mehr ernähren; ich muss selber tätig sein und mir frische Geistesnahrung verschaffen. Das muss mit Hilfe jenes weltaufgeschlossenen Triebes geschehen, der Wißbegierde heißt. Ich muss die Neugierde dazu bringen, dass sie spricht, dass sie aussagt und belehrt.“ (Friedel Lenz) Auf diesem Wege wird Zweiäuglein die Hilfe der weisen Frau zuteil, die dann erscheint, wenn ihre Not am größten ist. So kann in einem jeden von uns die Hoffnung entstehen, dass wenn sich der Mensch dem Göttlich-Geistigen öffnet, ihm aus diesem Bereich Hilfe entgegenkommen kann.
Auch in diesem Jahr kann wieder ein Märchen in eurythmischer Darstellung erlebt werden, welches für jung und alt zur Seelen-Nahrung werden kann.
12.06.   und 10.07. 2016

Karten unter:Telefon: 07 11 / 2 36 42 30 | Fax: 2 36 43 35 | info@eurythmeumstuttgart.de

Verrat und Gewissen – Judas im Spiegel des modernen Menschen

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Else-Klink-Ensemble Stuttgart
Künstlerische Leitung: Benedikt Zweifel

Seit einigen Jahren beschäftigen wir uns mit der Frage, wie die Eurythmie im aktuellen Zeitgeschehen steht und vertreten werden möchte, sodass diese Kunst die Menschen gleichermaßen erreichen und im Innersten berühren kann.
Diese Gedanken sind in die Gestaltung der letzen Programme eingeflossen und haben die Arbeit des Else-Klink-Ensembles geprägt. Gerade das Thema unseres aktuellen Programms kann man, besonders in der gegenwärtigen Weltlage, als eine existentielle Frage empfinden, die uns alle betrifft: Judas der Verräter. Im Grunde genommen lebt heute Judas in uns allen. Judas ist der heutige Mensch – wir werden täglich zum Verräter an unserer Umwelt, an unseren Mitmenschen, an unseren Idealen; ein Verrat durch Gewissenlosigkeit. Die Erweckung des Gewissens in uns ist die Heilung des Judas! Novalis bezeichnet das Gewissen direkt als den „himmlischen Urmenschen“. Diese Thematik wird im Programmverlauf durch eine Textcollage bis ins Dramatische gestaltet (Texte von: Thornton Wilder, Christian Morgenstern, aus dem Johannesevangelium und Albert Steffen). Den Abschluss des Programms bildet die letzte Klaviersonate von Alexander Scriabin Op. 70, dessen 100. Todestags in diesem Jahr gedacht wird. Scriabin kann als der Vater der modernen russischen Musik bezeichnet werden.

Termin 05.06.18:00 Eurythmeum Zur Uhlandshöhe 8  70188 Stuttgart

Karten unter:Telefon: 07 11 / 2 36 42 30 | Fax: 2 36 43 35 | info@eurythmeumstuttgart.de

Auf schwäbisch: Die heilige Johanna der Einbauküche

Auf schwäbisch: Die heilige Johanna der Einbauküche Komödie von Willy Russell, mit Ute Hoffmann Zu Weihnachten und Silvester ein ganz besonderes Highlight in der Theaterei Herrlingen: Diese herrliche Komödie jetzt in einer schwäbischen Fassung. Es gibt Stücke, von denen man sagen kann, dass sie gleichermaßen von den Schauspielern und dem Publikum geliebt werden. Und das…

Dichter und ihre Muse(n)

DICHTER UND MUSE(N) Literarisches und Persönliches über Dichter und Muse(n) Eine neue literarische Reihe von und mit Walter Frei anlässlich der 30.Jubiläumsspielzeit der Theaterei Die Theaterei wurde 1986 explizit als „literarisches“ Theater gegründet. In dieser Reihe geht es um Dichter und ihr Verhältnis zu ihren Musen. Und weil das Verhältnis zu einer „Muse“ oft ein…

Die neue Spielzeit im Wallgraben Theater

  Eine ÜBERSICHT über die gesamte Spielzeit finden Sie hier >>>   Unsere aktuelle Produktion „Wir sind keine Barbaren“ von Philipp Löhle ist eine drastische schwarze Komödie. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen und aktuellen Zuständen sind NICHT zufällig und ausdrücklich erwünscht. „Peter W. Hermanns und sein Ensemble […] meistern die Herausforderung, die dieses Stück zwischen Ehekomödie…

November 2015 im Sandkorn-Theater

Am 29. Oktober feierte 1984 Premiere im Sandkorn-Fabriktheater und wir sind stolz, dass die BNN diese Inszenierung einen „Lichtblick deutscher Theaterkultur“ nennt. Mit dem November rückt das Jahresende immer näher und damit zwei traditionelle Premieren. Ein tolles Vergnügen für Kinder wird der zweite Teil des Räuberabenteuers Neues vom Räuber Hotzenplotz. Und obwohl Fortsetzungen ja oft…